Böhmen-Rundfahrt 2013

Eigentlich war ja alles ganz anders geplant. 2013 sollte es in die Schweiz gehen. Aber als der Termin immer näher rückte und so nach und nach die Absagen eingingen oder die Zusagen ausblieben - so dass am Ende nur der Navigator und der Oldi am Start waren - haben wir kurzfristig umdisponiert und aus der Schweiz-Tour eine Böhmen-Rundfahrt gemacht. Außerdem hatten wir ja noch Cesky Krumlov ausstehen, dass bei der Istanbul-Tour dem Bierdurst zum Opfer fiel, und wir wollten auch schon lange mal Tomas in Prag besuchen, und ..., und außerdem ist Tschechien für Radfahrer sowieso immer ein lohnendes Terrain.

Etappe 1, von Dresden nach Doksy, 124km

Das Blaue Wunder in Dresden.

Start ist am Pfingstsonnabend. Es regnet. Aber für den Nachmittag hat man Auflockerungen angekündigt. Bis Hrensko fahren wir den Elberadweg. Bei schlechtem Wetter herrscht freie Fahrt. Die Waldschlößchenbrücke ist noch nicht ganz fertig, am Blauen Wunder wird der Radweg gebaut. 3 Wochen später herrscht hier wieder "Land Unter" - aber der große Regen beginnt erst, nachdem wir schon wieder zu Hause sind.

Hrensko von oben.

In Hrensko ist dann der flache Teil der Etappe vorbei. Nach einem "Turecka Kava" im Restaurant/Pension Lugano (ein geschichtsträchtiger Ort :-)) geht es in die Deciner Berge mit Kurs Ceska Lipa. Auf ruhigen Nebenstraßen gesäumt von blühenden Obstbäumen sind wir im böhmischen Mittelgebirge mit den markanten Vulkankegeln.

Blühende Rapsfelder vor Ceska Lipa.

Der Regen hat aufgehört und in Ceska Lipa scheint die Sonne. Die letzten Kilometer bis zum Autokemp Klucek bei Doksy sind entspanntes Fahren durch abwechslungsreiche Landschaft. Der Zeltplatz selbst ist riesig. Obwohl Pfingsten ist, ist relativ wenig los. Bis zum Macha-See, einem künstlich angelegten Erholungsgebiet (268 ha, 4 Strände) sind es nur ein paar Meter.

Sonnenuntergang am Macha-See in Doksy.

Nach dem Sonnenuntergang kommen die Fledermäuse.

Etappe 2, von Doksy nach Prag, 121km

Frühling in Melnik.

Der Pfingstsonntag beginnt mit strahlendem Sonnenschein - er wird mit einem mächtigen Gewitter zu Ende gehen. Wir fahren an der Burgruine Vchovany vorbei und dann auf der Fernstraße 9 nach Süden. Bei Libechov erreichen wir die Elbe. Melnik liegt auf einem Hügel, schon von weitem ist die Burg sichtbar. Kommt man von Nordosten, so ist der Anstieg hoch zur Altstadt ziemlich steil.

Der Zusammenfluss von Elbe und Moldau bei Melnik.

Zur Geschichte ist sicher viel zu sagen, aber eigentlich ging es uns in erster Linie darum, am Zusammenfluss von Elbe und Moldau zu sein. Von der Burg hat man einen wunderbaren Blick auf den Fluss. Sofern man keine Vorkenntnisse mitbringt, glaubt man zunächst Elbe und Moldau zu sehen, aber es sind die Moldau und der Moldau-Kanal, der 1905 fertiggestellt wurde, um die Moldau im Bereich der Elbeeinmündung schiffbar zu machen.

Gruppenfoto am Zusammenfluss von Elbe und Moldau.

Doch das erkennt man dann spätestens beim Betrachten der "Gedenktafel". Auch ist die Moldau am Zusammenfluss der längere und wasserreichere der beiden Flüsse. Unter Karl IV hat man im 14.Jahrhundert in Melnik mit dem Weinanbau begonnen. Heute ist es die bedeutendste Weinbaulage Böhmens.
Bei Klecany, ca. 10km vor Prag, kommen wir dann erneut an die Moldau. Der Radweg ist ganz neu und von Radfahrern, Inlineskatern und Fußgängern gleichermaßen in Besitz genommen. Es ist nicht "ungefährlich", halt so wie sonntags auf dem Elbe-Radweg in Dresden. Im Prager Stadtteil Troja ist gerade eine Kanusport-Veranstaltung im Gange was zu weiteren Verstopfungen des Radweges beiträgt.

Pfingstsonntag auf der Karlsbrücke in Prag: Treffen mit Tomas.

Wir verabreden uns mit Tomas für 15:30Uhr auf der Karlsbrücke. Das ist vielleicht nicht der ideale Treffpunkt am Pfingstsonntag, denn wir haben es schwer uns mit den Fahrrädern einen Weg durch die Menschenmassen zu bahnen. Aber im Mobilfunkzeitalter ist ja jeder Treffpunkt möglich. Tomas lädt uns ins Cafe "Kaficko" ein, gleich neben der Karlsbrücke auf der Kleinseite - und dort ist es im Vergleich zur Hektik draußen angenehm ruhig.

Tomas wiegt unsere Fahrräder.

Wir schauen dann nochmal zu Hause vorbei. Tomas will es wieder genau wissen, und so werden die Fahrräder gewogen: Mit Gepäck 42kg - das ist recht ordentlich. Gut zu wissen - das hatten wir bisher noch nie gemacht. :-) Der Rest des Tages ist für die Allgemeinheit weniger interessant. Der Campingplatz "Camp Drusus" ist nicht weit weg. Wir schaffen es gerade noch so, bevor das Gewitter losbricht.

Etappe 3, von Prag nach Orlik nad Vltavou, 149km

Der Morgen nach dem Sturm auf dem Campingplatz Drusus.

Am nächsten Morgen begrüßt uns wieder die Sonne. Der Platzwart ist noch dabei die Überflutungsschäden zu beheben. Der Campingplatz ist rundum empfehlenswert, auch erhält man Ermäßigung bei ADAC Mitgliedschaft - sogar als Radfahrer. ;-) Wir folgen erst einmal den Spuren der Habsburg-Tour 2004 und fahren moldauaufwärts.

Die Moldau-Brücke von Stechovice.

Die erste Kaffeepause ist in Stechovice. Dann geht es über die Brücke ins Hinterland. Der Kurs ist recht "anspruchsvoll" und die erste größere Stadt ist Sedlcany, Geburtsort von Feldmarschall Josef Wenzel Graf Radetzky von Radetz (siehe Radetzky Marsch). ;-) Es ist eine hübsche Kleinstadt, aber wir halten uns nicht weiter auf, denn das eigentliche Ziel ist Tabor. Tabor war einst eine Hochburg der Hussitenbewegung und Smetana hat der Stadt ein Denkmal im Zyklus "Mein Vaterland" gesetzt - nur merken wir schon bald, dass es eng werden wird.

Der steilste Anstieg der gesamten Tour.

Vor Sedlec-Prcice streichen wir Tabor aus dem heutigen Programm und nehmen die Abkürzung über Jetrichovice - Cunkov. Eine unscheinbare Straße in der Karte, die sich aber als schwerster Anstieg der gesamten Tour entpuppt.

Da braut sich was zusammen über uns...

Es sind nur 200 Höhenmeter - aber die haben es in sich. Der nächste größere Ort ist Milevsko. Zeit für eine Tomatensuppe und ein Bernard-Bier, welches in Humpolec gebraut wird (das kennen wir doch auch noch irgendwie von der Habsburg -Tour). Die Sonne wärmt den müden Radfahrer, und eigentlich will man am liebsten gar nicht mehr weiterfahren. Als wir uns dann doch wieder in die Spur begeben, überrascht uns einen Hagelschaür aus heiterem Himmel.

Die Straße dampft nach überstandenem Hagelschauer.

Bei Orlik nad Vltavou überspannt eine Einbogenbrücke in 50m Höhe die 68km lange Orlik-Talsperre der Moldau. Die Sonne steht schon tief und der Stausee verbreitet Ruhe. Eigentlich könnte man hier sein Zelt aufschlagen. Bis zum Campingplatz "Velky Vir" sind es noch ca. 8km. Dort ist es allerdings genauso ruhig.

Die Moldau an der Orlik-Talsperre.

Immerhin treffen wir am nächsten Morgen jemanden zum Bezahlen.

Etappe 4, von Orlik nad Vltavou nach Cesky Krumlov, 130km

Historische Brücke über die Otava in Pisek.

Es geht weiter Richtung Süden. In Pisek überqueren wir die Otava, ein Nebenfluss der Moldau. Die größte Sehenswürdigkeit ist sicher die alte Steinbrücke über den Fluss. Es ist die zweitälteste bis heute erhaltene Brücke nördlich der Alpen (nach der Brücke in Regensburg). Der Heilige Johannes von Nepomuk darf nicht fehlen (er wurde aber erst im 18.Jahrhundert aufgestellt) - wir werden übermorgen noch durch seinen Geburtsort kommen.

Pisek an der Otava.

Aber nicht nur die Brücke ist sehenswert. Gut gelungen sind auch die Häuserfassaden am linken Flussufer. Sie erscheinen modern (man könnte es auch "primitiv" nennen), sind aber durchaus ansehnlich. Pisek heisst wörtlich übersetzt "Sand", und dieser war früher im Fluss goldhaltig, was zu einem gewissen Reichtum der Stadt in alten Zeiten führte. Von Pisek kommt man über die Fernverkehrsstraße 20 (E49) direkt nach Ceske Budejovice, aber wir wollen zuvor noch in Temelin vorbeischauen und machen einen kleinen Schlenker nach Osten.

Das Atomkraftwerk Temelin.

Das Atomkraftwerk ist schon eine gewaltige Anlage, schön bunt angestrichen, so dass es ganz "freundlich" daherkommt. Seit 2002 sind zwei je 1000 Megawatt Blöcke am Netz. Der Ausbau der Blöcke 3 und 4 liegt vorerst auf Eis. Dabei wollen wir es hier mal bewenden lassen und gehen lieber zum nächsten Thema "Budweiser" über. Wir erobern Ceske Budejovice von Norden her und verirren uns, nachdem wir Hluboka (mit schönem Schloss) passiert haben, irgendwie auf Feldwege.

Mittags im Pivnice Budvar.

Als dann endlich wieder die Häuser beginnen, dauert es nicht lange und wir stehen vor dem Fabrikverkauf der Budweiser Brauerei. Genau das war ja unser Ziel. Der Fabrikverkauf hilft uns zwar nicht recht weiter, aber nicht weit davon ist auch der Rest. Wir genehmigen uns einen schönen böhmischen Schweinebraten mit Knödeln in der Budweiser Bierstube (Pivnice Budvar).

Cesky Krumlov nach dem Regen.

Der Himmel wird leider zusehends dunkler, so dass wir auf weiteres Sightseeing in Ceske Budejovice verzichten. Schnell nochmal über den Marktplatz und dann weiter mit Ziel Cesky Krumlov, der "Perle des Böhmerwaldes". Eigentlich wollten wir schon 2012 bei der Istanbul-Tour Station in Cesky Krumlov machen, aber dann war der Durst zu groß und wir sind in Ceske Budejovice hängen geblieben. Inzwischen setzt der Regen (inklusive Gewitter) ein. Wir werden ordentlich nass.

In Cesky Krumlov.

Auf halbem Weg gibt es "Camping Paradijs" und wir sind nahe am vorzeitigen Stopp, aber dann fahren wir doch weiter und werden damit belohnt, dass es in Cesky Krumlov langsam wieder trockener wird. Dann müssen wir natürlich wenigstens dem Schloss einen Besuch abstatten. Es ist nach der Prager Burg der zweitgrößte historische Bau in Tschechien. Im Burggraben leben Bären, die es aber auch vorziehen lieber nicht nass zu werden - wir haben sie nicht gesehen. Das Schloss ist zusammen mit der Altstadt seit 1992 UNESCO Weltkulturerbe. Die Sonne schickt uns sogar einen kurzen Sonnenstrahl - aber die Altstadt schenken wir uns dann doch lieber.

Überdachtes Campen unter der Solaranlage.

Der Campingplatz Petraskuv Dvur, ca. 4km ausserhalb ist voll für die Solarstromproduktion ausgerüsted. Aber Sonnenkollektoren sind auch gut gegen Regen und wir haben einen trockenen Stellplatz. :-) Morgen steht die "Königsetappe" auf dem Programm ...

Etappe 5, von Cesky Krumlov nach Susice, 128km

... aber so schlimm wird es dann auch wieder nicht. ;-)

Anfahrt auf den Lipno-Stausee.

Der Himmel ist verhangen, und es ist eigentlich eine Frage der Zeit bis der Regen beginnt. Wir steigen zunächst einmal bis auf 725m Höhe. Das ist der Spiegel des Lipno-Stausees. Er ist Teil der Moldau-Kaskade und wurde 1959 fertiggestellt. In erster Linie dient er dem Hochwasserschutz. Man nennt ihn auch das "Südböhmische Meer". Gleichzeitig erreichen wir hier den südlichsten Punkt unserer Tour. Über Volary, Horny Vltavice und Borova Lada nähern wir uns Kvilda.

Die Kapelle der Heiligen Anna von Borova Lada.

Sehenswert ist die Kapelle der Heiligen Anna vor Borova Lada (Ferchenhaid), direkt an der Straße. Die Kapelle wurde 1860 von den Eheleuten Franz und Dorothea Müller aus Ferchenhaid gestiftet. 2006 wurde sie umfassend "renoviert". Direkt gegenüber, auf der anderen Straßenseite, gibt es einen Kreuzweg mit 14 Stationen ... und im Wald Heidelbeeren. Die sind aber leider noch nicht reif.

Die Moldau als Gebirgsbach vor Kvilda.

Vor Kvilda schlängelt sich die Warme Moldau als kleiner Bach an der Straße entlang. Mit der Ankunft im Ort setzt der Regen ein - eine gute Gelegenheit sich erst einmal aufzuwärmen. Wir sind auf 1062m angelangt. Die Moldau-Quelle liegt ca. 6km südlich von Kvilda unterhalb des "Cerna Hora" nahe an der Grenze zu Deutschland. Die Kellnerin meint, man könnte mit dem Fahrrad nicht dorthin fahren.

Ankunft in Kvilda auf 1062m Höhe.

Aber wir probieren es trotzdem und letztendlich gibt es absolut keine Schwierigkeiten - ganz im Gegenteil: Es ist ein guter Weg. Etwas schockierend ist allerdings der Zustand des Waldes im Quellgebiet. Eine Menge abgestorbener und inzwischen auch teilweise abgebrochener Bäume - es sieht nach dem Borkenkäfer aus. Die Warme Moldau entspringt hier auf 1170m Höhe.

Spuren des Borkenkäfers im Wald an der Moldauquelle.

Ihr Ursprung wird i.a. als die Moldau-Quelle angesehen. Daneben gibt es noch die Kalte und die Grasige Moldau, die später einmünden. Touristisch hat man den Quellort gut erschlossen. Es gibt viele Hinweis- und Lehrtafeln. Aber wir sind die einzigen Anwesenden - es muss wohl am Wetter liegen. Nochmal ein heißes Getränk in Kvilda, dann machen wir uns auf Richtung Susice.

Am Ziel: Die Moldauquelle.

Der Navigator hat wieder einmal gründlich recherchiert und festgestellt, dass wir uns mit Susice eine Menge Höhenmeter ersparen und zudem weiter nach Norden kommen, als ursprünglich vorgesehen. Es geht noch etwas aufwärts, aber dann endlich lange abwärts. In Susice soll es einen Campingplatz geben, aber wir stehen etwas ratlos vor der Hinweistafel. Wir müssten wohl noch einmal ein paar Kilometer fahren. Da es aber schon wieder regnet und das Tagesziel "Moldauquelle" erreicht wurde, genehmigen wir uns zur Belohnung heute mal ein Hotelzimmer.

Etappe 6, von Susice nach Jesenice, 149km

Der Marktplatz in Susice.

In Susice sind wir wieder an der Otava. Von 1839 bis 2008 wurden hier Zündhölzer der Marke Solo hergestellt - vielleicht kennt die ja jemand. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel Gabreta starten wir Richtung Norden. In Horazd'ovize treffen wir wieder auf die Route der Istanbul Tour, fahren aber jetzt entgegengesetzt. Das gibt wieder die Gelegenheit einen ebenfalls damals aus Zeitgründen rechts liegengelassenen Ort zu besuchen - Nepomuk.

In Nepomuk.

An Stelle der heutigen Kirche soll hier das Geburtshaus des Heiligen Johannes von Nepomuk (geboren um 1340) gestanden haben. Er ist wohl der berühmteste Heilige Tschechiens und nahezu überall im Land present. König Wenzel IV liess ihn am 20.3.1393 von der Karlsbrücke in die Moldau werfen, nachdem er auf der Folterbank gestorben war. Ursache war wohl Kritik am König und die Weigerung das Beichtgeheimnis der Königin preiszugeben.

Auf der Suche nach einem Campingplatz im Kartenladen in Plzen.

Über Altpilsen (Stary Plzenec) kommen wir nach Plzen und hoffen im Tourismusbüro einen Tipp für einen Campingplatz nördlich von Plzen zu bekommen. Aber Fehlanzeige - mit Camping scheint man sich im Tourismusbüro nicht zu befassen. Im Kartenladen machen wir dann etwas ausfindig. Jesenice wird das neue Ziel. Wir verlassen Plzen auf der 233 in nordöstliche Richtung. Bemerkenswert: Hinter Chrast überquert man auf ca. 5km 6 mal die gleiche Bahnlinie. Bei Liblin überqueren wir die Berounka, den grössten Nebenfluss der Moldau, und noch vor Jesenice kommt erstmals der Kamm des Erzgebirges ins Blickfeld.

Blick auf die Berounka.

Etappe 7, von Jesenice nach Dresden, 161km und etwas Zugfahrt

Fahrt durch Most.

Wir haben unsere Pläne etwas geändert und sind schon weiter an zu Hause als ursprünglich beabsichtigt. Eigentlich sollte Most nochmal Etappenort werden - aber jetzt ist Dresden im Bereich des Machbaren. Auf der Fernverkehrsstraße 27 geht es weiter nach Norden. Über Zatec, Zentrum des böhmischen Hopfenanbaus, kommen wir nach Most. Das alte Most wurde in den 1970ger Jahren der Braunkohle geopfert, so dass von alter Bausubstanz nicht mehr viel zu sehen ist.

Die Burg Hnevin über Most.

Dafür wurden zur Kompensation jede Menge Freizeitangebote geschaffen: Autodrom, Aquadrom, Hipodrom, Aerodrom, ... Das Tourismusbüro rührt die Werbetrommel. Markant ist nach wie vor die Burg Hnevin in 399m Höhe, die die Stadt und die renaturierten Tagebaugruben überragt und von überall sichtbar ist. Über Lom und Osek (das Kloster war leider geschlossen) erreichen wir den Fuß des Erzgebirges.

Zinnwald ist schon ausgeschildert.

Man könnte jetzt über Zinnwald fahren, aber wer weiß, wie das Wetter an der Nordseite ist. An der Südseite ist es ganz erträglich und so entscheiden wir uns für die Route über Decin. Nach vortrefflichen Palacinky und Turecka Kava in der Cukrana Beruska in Krupka nehmen wir den letzten Abschnitt in Angriff.

Ankunft auf dem Bahnhof Bad Schandau.

Über Decin erreichen wir Hrensko und der Kreis hat sich geschlossen. 18:20 Uhr in Bad Schandau: Jetzt noch Elberadweg bis Dresden und wir hätten eine 200km Etappe. Aber der Himmel sieht nicht gut aus, und der innere Schweinehund sagt, wir sollten lieber zum Bahnhof fahren und die S-Bahn nehmen. So machen wir es dann, geniessen noch etwas die Fahrt auf der Schiene, bevor - wie üblich - der Lehmberg als letzte Prüfung zu meistern ist.

Das Fazit

Die Beteiligung war schwach, aber wir haben das Beste daraus gemacht. Tschechien ist immer anspruchsvoll und so wäre die Tour in die Kategorie "Mittel bis Leichtschwer" einzuordnen. Technische Probleme gab es auf den ca. 960km diesmal keine. Die Campingplätze waren durchweg akzeptabel, und auch das Hotel in Susice ist empfehlenswert. Auch wenn der Borkenkäfer an der Moldauquelle gewütet hat - der Böhmerwald ist immer eine Reise wert, und insofern kann jegliches Nachfahren empfohlen werden.

der Oldi